120 Begriffe · 5 Themenbereiche
Dein Glossar für Steuern & E-Commerce
Für Content Creator, Online-Shops und Marktplätze: Finde verständliche Definitionen, Praxisbeispiele und wichtige Hinweise für dein Business.
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Steuern & Abgaben
Einkommensteuer
Steuer
Definition
Die Einkommensteuer besteuert das Einkommen natürlicher Personen. Für selbstständige Content Creator und Shop-Betreiber ist regelmäßig der steuerliche Gewinn die zentrale Grundlage.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Einnahmen aus Kooperationen, Affiliate-Marketing oder einem eigenen Shop werden den betrieblich veranlassten Ausgaben gegenübergestellt.
Wichtig
Die konkrete Einordnung hängt unter anderem von Tätigkeit, Rechtsform und persönlichen Verhältnissen ab.
Gewerbesteuer
Steuer
Definition
Die Gewerbesteuer ist eine kommunale Ertragsteuer auf den Gewerbeertrag eines Gewerbebetriebs.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein gewerblich betriebener Online-Shop oder ein Creator-Business kann neben der Einkommensteuer auch gewerbesteuerlich relevant sein.
Wichtig
Hebesatz, Rechtsform und gesetzliche Freibeträge beeinflussen die Belastung. Eine pauschale Aussage zur Höhe ist nicht möglich.
Umsatzsteuer
Steuer
Definition
Die Umsatzsteuer belastet grundsätzlich entgeltliche Lieferungen und sonstige Leistungen. Im Alltag wird sie häufig als Mehrwertsteuer bezeichnet.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Beim Verkauf eines Produkts im eigenen Shop kann Umsatzsteuer im Verkaufspreis enthalten oder gesondert ausgewiesen sein.
Wichtig
Steuersatz, Leistungsort, Kundengruppe und grenzüberschreitender Verkauf müssen jeweils geprüft werden.
Vorsteuer
Steuer
Definition
Vorsteuer bezeichnet insbesondere die gesetzlich geschuldete Umsatzsteuer auf unternehmerisch bezogene Eingangsleistungen. Ein Abzug kommt nur unter den gesetzlichen Voraussetzungen in Betracht. Auch Einfuhrumsatzsteuer, Erwerbsteuer und Steuer nach Reverse Charge können gesonderte Vorsteuerbeträge sein.
Quelle: § 15 UStG: Vorsteuerabzug
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein regelbesteuerter Shop erhält Verpackungsmaterial und eine ordnungsgemäße Rechnung. Bei erfüllten Voraussetzungen kann er die ausgewiesene Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen.
Wichtig
Bei normalen Eingangsleistungen sind grundsätzlich Leistungsausführung und eine ordnungsgemäße Rechnung maßgeblich, nicht allein die Bezahlung. Für Anzahlungen gelten besondere Regeln. Steuerfreie Tätigkeiten, private Verwendung oder die Kleinunternehmerregelung können den Abzug ausschließen.
Verwandte Begriffe: Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) · Reverse-Charge-Verfahren
Kleinunternehmerregelung
Umsatzsteuer
Definition
Die Kleinunternehmerregelung befreit die darunter fallenden Umsätze unter den gesetzlichen Voraussetzungen von der Umsatzsteuer. Maßgeblich sind insbesondere die gesetzlich definierten Umsatzgrenzen; ein Verzicht auf die Befreiung ist gesondert geregelt.
Quellen: § 19 UStG: Kleinunternehmerregelung · § 15 UStG: Vorsteuerabzug · § 13b UStG: Steuerschuldnerschaft
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Creator erfüllt die Voraussetzungen und weist auf seinen betroffenen Rechnungen keine Umsatzsteuer aus. Er überwacht die relevanten Umsätze statt nur den Gewinn oder einzelne Zahlungseingänge zu betrachten.
Wichtig
Kleinunternehmer ist eine umsatzsteuerliche Einordnung, keine Rechtsform und keine Befreiung von Einkommensteuer oder Buchführungsregeln. Vorsteuer aus zugehörigen Eingangsleistungen ist grundsätzlich ausgeschlossen. Auslandsleistungen können trotzdem Reverse-Charge-Pflichten auslösen.
Verwandte Begriffe: Reverse-Charge-Verfahren · Umsatzsteuer-ID
Umsatzsteuervoranmeldung
Meldung
Definition
In der Umsatzsteuervoranmeldung werden Umsatzsteuer und abziehbare Vorsteuer für einen bestimmten Zeitraum gegenüber dem Finanzamt erklärt.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Online-Händler meldet seine steuerpflichtigen Umsätze und Vorsteuerbeträge elektronisch nach dem für ihn geltenden Turnus.
Wichtig
Abgabezeitraum, Fristen und Zahllast hängen von den konkreten steuerlichen Verhältnissen ab.
Umsatzsteuer-ID
EU-Handel
Definition
Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer dient insbesondere der umsatzsteuerlichen Abwicklung grenzüberschreitender Geschäfte innerhalb der EU.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop-Betreiber nutzt seine USt-IdNr. bei bestimmten B2B-Leistungen oder EU-Geschäften.
Wichtig
Die Nummer ersetzt nicht automatisch die Steuernummer und ist kein Beleg dafür, dass jeder Umsatz steuerfrei ist.
Verwandte Begriffe: Innergemeinschaftliche Lieferung · Zusammenfassende Meldung (ZM)
OSS (One-Stop-Shop)
EU-Handel
Definition
Der One-Stop-Shop ist ein besonderes Umsatzsteuerverfahren. Im EU-Verfahren können insbesondere innergemeinschaftliche Fernverkäufe und bestimmte grenzüberschreitende B2C-Dienstleistungen zentral in einem Mitgliedstaat erklärt und bezahlt werden.
Quellen: EU-Kommission: One-Stop-Shop · § 3c UStG: Fernverkäufe
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein deutscher Shop verkauft aus Deutschland an Privatkunden in mehreren EU-Staaten. Soweit die Umsätze in den Anwendungsbereich fallen, erklärt er die jeweiligen ausländischen Umsatzsteuern über das EU-OSS-Verfahren.
Wichtig
Die EU-weite Umsatzschwelle gilt nur unter gesetzlichen Voraussetzungen, nicht separat für jedes Land. OSS ersetzt nicht alle Auslandsregistrierungen, lokalen Meldungen oder eigenen Warenverlagerungen. Import-Fernverkäufe sind vom gesonderten IOSS-Verfahren zu unterscheiden.
Verwandte Begriffe: IOSS (Import-One-Stop-Shop) · Innergemeinschaftliches Verbringen
Reverse-Charge-Verfahren
Umsatzsteuer
Definition
Beim Reverse-Charge-Verfahren schuldet für bestimmte Umsätze der Leistungsempfänger statt des leistenden Unternehmers die Umsatzsteuer. Das Verfahren ist eine Verlagerung der Steuerschuld, keine Steuerbefreiung.
Quellen: § 13b UStG: Steuerschuldnerschaft · § 15 UStG: Vorsteuerabzug
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein deutscher Shop bezieht eine entsprechend einzuordnende Werbe- oder Softwareleistung eines ausländischen Unternehmers. Er prüft den konkreten Rechnungsaussteller, den Leistungsort und die Voraussetzungen für Reverse Charge.
Wichtig
Auch ein Kleinunternehmer kann Umsatzsteuer nach Reverse Charge schulden, ohne sie als Vorsteuer abziehen zu dürfen. Auslandsadresse, bekannte Plattformmarke oder eine Rechnung ohne Steuer allein beweisen nicht, dass das Verfahren anzuwenden ist.
Verwandte Begriffe: Kleinunternehmerregelung · Vorsteuer
Betriebseinnahmen
Buchhaltung
Definition
Betriebseinnahmen sind alle betrieblich veranlassten Einnahmen, etwa aus Verkäufen, Kooperationen, Provisionen oder Dienstleistungen.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Zu erfassen sind beispielsweise Shop-Umsätze, Sponsoring-Honorare und Affiliate-Provisionen – jeweils mit dem passenden Beleg.
Wichtig
Zahlungsdatum, Leistungszeitraum, Umsatzsteuer und Plattformabrechnungen sollten nachvollziehbar dokumentiert werden.
Verwandte Begriffe: Sacheinnahmen · Donations / Fan-Zuwendungen
Betriebsausgaben
Buchhaltung
Definition
Betriebsausgaben sind Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind und den steuerlichen Gewinn grundsätzlich mindern können.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Dazu können unter Voraussetzungen Software, Kamera, Verpackung, Werbung, Lager oder beruflich veranlasste Reisekosten gehören.
Wichtig
Private und betriebliche Anteile müssen getrennt und die Aufwendungen belegmäßig nachgewiesen werden.
Verwandte Begriffe: Wareneinsatz · Frachtkosten
Gewinnermittlung
Buchhaltung
Definition
Die Gewinnermittlung bestimmt den steuerlichen Gewinn eines Betriebs. Je nach Voraussetzungen kann sie beispielsweise über EÜR oder Bilanz erfolgen.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein kleiner Creator-Betrieb dokumentiert Einnahmen und abzugsfähige Ausgaben für eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung.
Wichtig
Rechtsform, Größenmerkmale und gesetzliche Pflichten entscheiden über die geeignete Methode.
Verwandte Begriffe: Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) · Bilanz
IOSS (Import-One-Stop-Shop)Import
Definition
IOSS ist ein besonderes Umsatzsteuerverfahren für bestimmte Fernverkäufe von Waren, die direkt aus einem Drittland an Privatkunden in der EU versandt werden. Es gilt nur für geeignete Sendungen innerhalb der gesetzlichen Sachwertgrenze; verbrauchsteuerpflichtige Waren sind ausgeschlossen.
Quelle: BZSt: Import-One-Stop-Shop
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop verkauft ein Zubehörteil aus einem Drittland an einen deutschen Privatkunden. Bei wirksamer IOSS-Nutzung wird die Umsatzsteuer beim Verkauf erhoben und über das Sonderverfahren erklärt; die Einfuhr ist bei Erfüllung der Voraussetzungen von der Einfuhrumsatzsteuer befreit.
Wichtig
IOSS gilt nicht für Ware, die schon in einem EU-Lager liegt. Zollanmeldung, korrekte Übermittlung der IOSS-Nummer und etwaige Zölle bleiben gesonderte Themen. IOSS bedeutet nicht automatisch zollfrei.
Verwandte Begriffe: OSS (One-Stop-Shop) · Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)
Innergemeinschaftlicher FernverkaufEU-Handel
Definition
Ein innergemeinschaftlicher Fernverkauf liegt typischerweise vor, wenn ein Unternehmer Waren unter eigener Beteiligung am Transport aus einem EU-Mitgliedstaat an Privatkunden in einem anderen Mitgliedstaat versendet. Der Lieferort liegt grundsätzlich im Bestimmungsland; gesetzliche Ausnahmen sind zu beachten.
Quelle: § 3c UStG: Fernverkäufe
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein deutscher Shop versendet eine Bestellung aus seinem deutschen Lager an einen französischen Privatkunden. Der Vorgang wird von einem B2B-Verkauf mit gültiger Umsatzsteuer-ID und von einer bloßen Lagerumlagerung unterschieden.
Wichtig
Die EU-weite Umsatzschwelle gilt nur unter ihren gesetzlichen Voraussetzungen und nicht getrennt pro Lieferland. Bei Auslandsversandlagern darf sie nicht ungeprüft angewandt werden. OSS ist das mögliche Meldeverfahren, nicht die Definition des Umsatzes.
Verwandte Begriffe: OSS (One-Stop-Shop) · Innergemeinschaftliche Lieferung
Innergemeinschaftliche LieferungEU-Handel
Definition
Eine innergemeinschaftliche Lieferung ist eine Warenlieferung in einen anderen EU-Mitgliedstaat, die insbesondere im B2B-Handel unter den gesetzlichen Voraussetzungen steuerfrei sein kann. Dazu gehören die tatsächliche grenzüberschreitende Warenbewegung und die erforderlichen Voraussetzungen beim Abnehmer.
Quellen: § 6a UStG: Innergemeinschaftliche Lieferung · § 18a UStG: Zusammenfassende Meldung
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein deutscher Händler liefert Ware an ein Unternehmen in Österreich. Er dokumentiert Transport und Abnehmerdaten, prüft die verwendete ausländische USt-IdNr. und berücksichtigt die Lieferung in der Zusammenfassenden Meldung.
Wichtig
Eine ausländische Rechnungsadresse allein reicht nicht. Die Steuerbefreiung setzt die vorgeschriebenen Nachweise und Meldungen voraus. Ein Verkauf an einen privaten EU-Kunden folgt regelmäßig den Fernverkaufsregeln statt dieser B2B-Befreiung.
Verwandte Begriffe: Umsatzsteuer-ID · Zusammenfassende Meldung (ZM)
Innergemeinschaftlicher ErwerbEU-Einkauf
Definition
Ein innergemeinschaftlicher Erwerb ist insbesondere der unternehmerische Warenbezug aus einem anderen EU-Mitgliedstaat, bei dem die Ware grenzüberschreitend zum Erwerber gelangt. Der Erwerber versteuert den Vorgang grundsätzlich im Bestimmungsland; Sonderregeln und Ausnahmen bleiben zu beachten.
Quellen: § 1a UStG: Innergemeinschaftlicher Erwerb · § 15 UStG: Vorsteuerabzug
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein deutscher Shop kauft Ware von einem niederländischen Unternehmen. Die Ware gelangt nach Deutschland. Der Shop erfasst den innergemeinschaftlichen Erwerb und prüft den zugehörigen Vorsteuerabzug.
Wichtig
Erwerbsteuer und Vorsteuerabzug sind getrennt zu prüfen. Kleinunternehmer haben besondere Erwerbsregeln und erhalten nicht automatisch einen Vorsteuerabzug. Eine EU-Dienstleistung ist kein innergemeinschaftlicher Warenerwerb, sondern kann beispielsweise Reverse Charge auslösen.
Verwandte Begriffe: Innergemeinschaftliche Lieferung · Reverse-Charge-Verfahren
Innergemeinschaftliches VerbringenUmlagerung
Definition
Das innergemeinschaftliche Verbringen bezeichnet die grenzüberschreitende Verlagerung eigener Unternehmensware in einen anderen EU-Mitgliedstaat zur eigenen Verfügung. Ohne Verkauf kann umsatzsteuerlich eine fiktive Lieferung im Ausgangsland und ein innergemeinschaftlicher Erwerb im Zielland entstehen.
Quellen: § 3 UStG: Lieferung und sonstige Leistung · § 1a UStG: Innergemeinschaftlicher Erwerb
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Händler verlagert eigene Bestände von Deutschland in ein polnisches Versandlager. Die Ware bleibt sein Eigentum, die Bewegung muss dennoch umsatzsteuerlich beurteilt und dokumentiert werden.
Wichtig
Unterscheide Umlagerungen von Endkundenverkäufen. Sammle Versanddatum, Menge, Artikel und Ziellager. Registrierungs- und Meldepflichten können entstehen; gesetzliche Ausnahmen, etwa für bestimmte vorübergehende Verwendungen, sind separat zu prüfen. OSS ersetzt die Verbringensmeldung nicht.
Verwandte Begriffe: Pan-EU-FBA · Umsatzsteuerregistrierung im Ausland
Umsatzsteuerregistrierung im AuslandRegistrierung
Definition
Eine Umsatzsteuerregistrierung im Ausland ist die steuerliche Erfassung eines Unternehmens für dortige Umsatzsteuerpflichten. Sie ist nicht mit der Gründung einer ausländischen Gesellschaft gleichzusetzen und kann auch ohne eigene Niederlassung erforderlich werden.
Quellen: Amazon: Europäische Fulfillment-Modelle · EU-Kommission: One-Stop-Shop
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein deutscher Händler nutzt neben dem deutschen Lager ein ausländisches FBA-Lager. Vor Freischaltung prüft er die Registrierung, die laufenden Meldungen und die Erfassung der Warenverlagerungen im Lagerland.
Wichtig
OSS deckt nur die Umsätze ab, die in das jeweilige Sonderverfahren fallen. Eigene Warenverlagerungen und lokale Lagerverkäufe eines normalen Händlers können weitere Pflichten begründen. Maßgeblich sind das konkrete Land und der Transaktionsablauf.
Verwandte Begriffe: Innergemeinschaftliches Verbringen · OSS (One-Stop-Shop)
Zusammenfassende Meldung (ZM)EU-Meldung
Definition
Die Zusammenfassende Meldung ist eine zusätzliche Meldung bestimmter innergemeinschaftlicher Umsätze an das Bundeszentralamt für Steuern. Erfasst werden insbesondere innergemeinschaftliche Lieferungen und bestimmte grenzüberschreitende B2B-Dienstleistungen sowie Dreiecksgeschäfte.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Eine deutsche Agentur erbringt eine entsprechend einzuordnende B2B-Leistung an einen Unternehmer in einem anderen EU-Staat. Sie meldet die Leistung mit der USt-IdNr. des Empfängers in der ZM.
Wichtig
Die ZM ersetzt weder die Umsatzsteuer-Voranmeldung noch OSS. Nicht jeder Auslandsumsatz gehört hinein. Stimmen USt-IdNr., Umsatzart oder Betrag nicht, müssen die Angaben nach den gesetzlichen Vorgaben berichtigt werden.
Verwandte Begriffe: Innergemeinschaftliche Lieferung · Umsatzsteuer-ID
Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)Importsteuer
Definition
Einfuhrumsatzsteuer ist die bei einer steuerpflichtigen Einfuhr anfallende Umsatzsteuer. Sie ist vom Einfuhrzoll zu unterscheiden und kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen als Vorsteuer abziehbar sein.
Quellen: Zoll: Vorsteuerabzug der Einfuhrumsatzsteuer · § 15 UStG: Vorsteuerabzug
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Onlinehändler importiert Waren nach Deutschland. Er ordnet die elektronische Zollfestsetzung der betreffenden Einfuhr zu und bewahrt den Einfuhrabgabenbescheid für die steuerliche Bearbeitung auf.
Wichtig
Eine Speditionsrechnung mit weiterberechneten Einfuhrabgaben begründet allein noch keinen Vorsteuerabzug. Entscheidend sind die Einfuhr für das Unternehmen, die materielle Abzugsberechtigung und geeignete Zollbelege. In einem anderen Staat erhobene Einfuhrumsatzsteuer gehört nicht als deutsche Vorsteuer in die deutsche Voranmeldung.
Verwandte Begriffe: EORI-Nummer · DDP (Delivered Duty Paid)
EORI-NummerZoll
Definition
Die EORI-Nummer identifiziert Wirtschaftsbeteiligte gegenüber den Zollbehörden der EU. Sie wird beispielsweise in Einfuhr- und Ausfuhranmeldungen verwendet und ist eine andere Kennung als die Umsatzsteuer-ID oder Steuernummer.
Quelle: Zoll: Verwendung der EORI-Nummer
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop nimmt erstmals gewerbliche Warenimporte vor. Vor der Zollabfertigung klärt er, welche EORI für sein Unternehmen verwendet wird und welche Vertretung der Zolldienstleister übernimmt.
Wichtig
Eine bestehende gültige EORI wird grundsätzlich EU-weit verwendet; je Unternehmen ist nicht für jedes Land eine neue Nummer vorgesehen. Die EORI ersetzt keine Umsatzsteuerregistrierung und keine importbezogenen Produkt- oder Genehmigungspflichten.
Verwandte Begriffe: Zollabfertigung / Importabfertigung · Umsatzsteuer-ID
DifferenzbesteuerungGebrauchtwaren
Definition
Die Differenzbesteuerung ist eine umsatzsteuerliche Sonderregelung für bestimmte Wiederverkäufer und Gegenstände. Bei erfüllten Voraussetzungen wird die Steuer aus der Differenz zwischen Verkaufs- und Einkaufspreis ermittelt statt aus dem vollen Verkaufspreis.
Quelle: § 25a UStG: Differenzbesteuerung
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein gewerblicher Händler kauft ein geeignetes gebrauchtes Gerät von einer Privatperson und verkauft es weiter. Er dokumentiert den Ankauf und prüft die Voraussetzungen der Sonderregelung.
Wichtig
Nicht jeder Gebrauchtwaren- oder Sammelkartenverkauf ist automatisch differenzbesteuert. Ankaufskonstellation, Warenart und Aufzeichnungen sind maßgeblich. Die Umsatzsteuer wird bei Anwendung der Sonderregelung nicht gesondert ausgewiesen; regulär und differenzbesteuerte Waren müssen unterscheidbar bleiben.
Verwandte Begriffe: Vorsteuer · Rechnungskorrektur
SollversteuerungSteuerentstehung
Definition
Bei der Sollversteuerung entsteht die Umsatzsteuer auf eine steuerpflichtige Leistung grundsätzlich mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums der Leistungsausführung. Dass der Kunde erst später zahlt, verschiebt diesen Zeitpunkt nicht automatisch.
Quellen: § 13 UStG: Entstehung der Steuer · § 17 UStG: Berichtigung der Steuer
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Händler liefert im März und erhält die Zahlung im April. Bei Sollversteuerung wird die Umsatzsteuer grundsätzlich dem Voranmeldungszeitraum der März-Lieferung zugeordnet.
Wichtig
Das Rechnungsdatum allein ist nicht ausschlaggebend. Bei vereinnahmten Anzahlungen kann die Steuer schon vor Ausführung der Leistung entstehen. Eine überfällige Forderung ist nicht automatisch uneinbringlich; Berichtigungen folgen eigenen Voraussetzungen.
Verwandte Begriffe: Istversteuerung · Offene Posten (OPOS)
IstversteuerungSteuerentstehung
Definition
Bei genehmigter Istversteuerung wird die Umsatzsteuer auf die davon erfassten Umsätze nach vereinnahmten Entgelten berechnet. Die Genehmigung durch das Finanzamt setzt voraus, dass mindestens eine der gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt ist.
Quellen: § 20 UStG: Istversteuerung · § 13 UStG: Entstehung der Steuer
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Eine Leistung wird im März erbracht und im April bezahlt. Bei wirksamer Istversteuerung entsteht die Umsatzsteuer dafür grundsätzlich im Voranmeldungszeitraum der Vereinnahmung.
Wichtig
Istversteuerung ist keine andere Bezeichnung für EÜR. Bei Zahlungsdiensten und Marktplätzen darf die spätere Bankauszahlung nicht ungeprüft mit der Vereinnahmung gleichgesetzt werden. Reverse Charge und Erwerbsteuer folgen eigenen Regeln.
Verwandte Begriffe: Sollversteuerung · Zahlungsabgleich / Clearing
KörperschaftsteuerKapitalgesellschaft
Definition
Die Körperschaftsteuer besteuert das steuerpflichtige Einkommen bestimmter Körperschaften, insbesondere von Kapitalgesellschaften wie GmbH und UG. Steuersubjekt ist die Gesellschaft und nicht ihr Gesellschafter.
Quelle: § 1 KStG: Steuerpflicht
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Eine GmbH betreibt einen Online-Shop. Ihr steuerlicher Gewinn wird auf Gesellschaftsebene ermittelt; ein Geschäftsführerhonorar und eine spätere Ausschüttung werden davon getrennt behandelt.
Wichtig
Körperschaftsteuer ist nur ein Teil der Gesamtbelastung. Gewerbesteuer, Solidaritätszuschlag und eine mögliche Besteuerung beim Gesellschafter sind gesondert einzubeziehen. Die GmbH ist deshalb nicht allein wegen einer einzelnen Steuerart automatisch günstiger.
Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)Gewinnermittlung
Definition
Die EÜR ermittelt den Gewinn vereinfacht als Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben. Sie kommt für Steuerpflichtige in Betracht, die nicht zur Buchführung und zum Abschluss verpflichtet sind und dies auch nicht freiwillig tun.
Quelle: § 4 EStG: Gewinnermittlung
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Eine selbstständige Creatorin erfasst betriebliche Zahlungseingänge und Ausgaben. Den Kauf einer länger nutzbaren Kamera berücksichtigt sie entsprechend den einschlägigen Abschreibungsregeln.
Wichtig
Die EÜR ist keine reine Aufstellung des Bankkontos. Sachleistungen, Abschreibungen und gesetzliche Sonderregeln müssen mitgedacht werden. Die Gewinnermittlung per EÜR entscheidet nicht automatisch darüber, ob Umsatzsteuer nach Soll oder Ist entsteht.
Verwandte Begriffe: Gewinnermittlung · Istversteuerung
BilanzJahresabschluss
Definition
Die Bilanz stellt Vermögen und Kapital eines Unternehmens zu einem Stichtag gegenüber. Auf der Aktivseite stehen insbesondere Vermögenswerte, auf der Passivseite Eigenkapital, Rückstellungen und Verbindlichkeiten.
Quelle: § 242 HGB: Bilanz und GuV
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein bilanzierender Onlinehändler weist zum Jahresende unter anderem Warenbestand, Forderungen, Bankguthaben und offene Lieferantenverbindlichkeiten aus. Diese Bestände müssen zum Abschlussstichtag nachvollziehbar sein.
Wichtig
Ein Bankguthaben ist nicht gleich Gewinn. Der Warenbestand ist grundsätzlich kein sofort verbrauchter Aufwand. Für die Ergebnisentwicklung ist neben der Bilanz die Gewinn- und Verlustrechnung wichtig; Handels- und Steuerbilanz können voneinander abweichen.
Verwandte Begriffe: Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) · Warenbestandsbewertung
Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)Jahresabschluss
Definition
Die Gewinn- und Verlustrechnung stellt die Erträge und Aufwendungen eines Geschäftsjahres gegenüber und ermittelt daraus den Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag. Sie ergänzt die stichtagsbezogene Bilanz um die Ergebnisentwicklung des Zeitraums.
Quellen: § 242 HGB: Bilanz und GuV · IHK Hannover: Liquiditätsplanung
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop erzielt Umsatzerlöse und erfasst dazu unter anderem Wareneinsatz, Werbung, Personalaufwand und Abschreibungen. Die Auswertung zeigt, wie sich diese Positionen auf das Ergebnis auswirken.
BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung)Controlling
Definition
Die BWA bereitet die laufende Finanzbuchhaltung zu betriebswirtschaftlichen Übersichten und Kennzahlen auf. Sie hilft, Umsatz, Kosten und Ergebnisentwicklung während des Jahres zu beobachten.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Händler vergleicht seine monatlichen Umsatzerlöse, den Wareneinsatz und Werbekosten mit dem Vorjahr. Auffällige Abweichungen werden mit Belegen, Lagerdaten und Abrechnungszeiträumen abgeglichen.
Wichtig
Die Aussagekraft hängt vom Buchungsstand und den gewählten Auswertungsregeln ab. Fehlende Belege, Bestandsveränderungen oder noch nicht gebuchte Abgrenzungen können das vorläufige Ergebnis verzerren. Eine BWA ist weder Steuerbescheid noch automatisch vollständiger Jahresabschluss.
Verwandte Begriffe: Wareneinsatz · Deckungsbeitrag
Offene Posten (OPOS)Buchhaltung
Definition
Offene Posten sind in der Buchhaltung noch nicht ausgeglichene Vorgänge auf Kunden- oder Lieferantenkonten. Dazu gehören insbesondere unbezahlte oder nicht vollständig zugeordnete Rechnungen, Gutschriften und Zahlungen.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Eine Kundenrechnung wird nur teilweise bezahlt. Der Rest bleibt offen. Bei einer Sammelzahlung werden die einzelnen Rechnungen anhand der Beleg- und Zahlungsinformationen ausgeglichen.
Wichtig
Ein offener Posten muss nicht bedeuten, dass der Kunde tatsächlich noch nicht bezahlt hat: Eine falsche Rechnungsnummer oder fehlende Zuordnung kann den Ausgleich verhindern. Prüfe ungeklärte Posten vor Mahnungen und zum Abschlussstichtag.
Verwandte Begriffe: Zahlungsabgleich / Clearing · Liquidität
Zahlungsabgleich / ClearingZahlungsabgleich
Definition
Beim Zahlungsabgleich werden Bestellungen, Rechnungen, Zahlungen, Gebühren, Erstattungen und Auszahlungen miteinander abgestimmt. Ein Clearing- oder Verrechnungskonto hilft, die noch nicht zugeordneten Beträge sichtbar zu halten.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Zahlungsdienst meldet 1.000 Euro Kundenzahlungen, 100 Euro Erstattungen und 30 Euro Gebühren. Ohne weitere Bewegungen oder Einbehalte ergibt sich eine Auszahlung von 870 Euro. Die Auszahlung ist nicht der Umsatz.
Wichtig
Prüfe Anfangs- und Endbestand, Abrechnungszeitraum, Währung und einbehaltene Reserven. Jede Position muss nachvollziehbar sein. Die Buchung nur des Bankeingangs als Erlös unterschlägt regelmäßig die getrennte Darstellung von Umsatz und Kosten.
Verwandte Begriffe: Marktplatz-Reporting · Offene Posten (OPOS)
DeckungsbeitragKalkulation
Definition
Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischen Erlösen und den zugeordneten variablen Kosten. Er zeigt, welcher Betrag zur Deckung der Fixkosten und danach zum Ergebnis beiträgt. Welche Kostenstufe verwendet wird, muss ausdrücklich festgelegt werden.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Produkt bringt 100 Euro Nettoerlös. Variable Waren-, Zahlungs-, Verpackungs- und Versandkosten betragen zusammen 60 Euro. Der Deckungsbeitrag dieser definierten Stufe beträgt 40 Euro.
Wichtig
Ein positiver Deckungsbeitrag ist noch kein Gewinn. Werbung, Retouren und Fixkosten dürfen in der Gesamtbetrachtung nicht fehlen. Bezeichnungen wie DB I oder DB II werden nicht überall identisch verwendet: Vergleiche nur dieselbe Berechnung.
Verwandte Begriffe: Marge · ROAS (Return on Ad Spend)
GutschriftverfahrenAbrechnung
Definition
Im umsatzsteuerlichen Gutschriftverfahren erstellt der Leistungsempfänger die Rechnung für eine empfangene Leistung. Voraussetzung ist eine vorherige Vereinbarung zwischen den Beteiligten. Die Rechnung muss die erforderlichen Angaben und die Bezeichnung Gutschrift enthalten.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Affiliate-Netzwerk rechnet die Provision des Creators vereinbarungsgemäß mit einer Gutschrift ab. Der Creator prüft Leistungszeitraum, Vergütung und Umsatzsteuerbehandlung und erfasst seine Einnahme.
Wichtig
Diese Gutschrift ist keine Stornierung eines Verkaufs. Ein Widerspruch des Gutschriftempfängers lässt die Wirkung als Rechnung entfallen. Vermeide doppelte Rechnungen und doppelte Einnahmenerfassung für denselben Vorgang.
Verwandte Begriffe: Rechnungskorrektur · Affiliate-Marketing
RechnungskorrekturBelege
Definition
Eine Rechnungskorrektur berichtigt fehlende oder unrichtige Rechnungsangaben. Davon zu unterscheiden ist die nachträgliche Minderung oder Rückabwicklung eines Umsatzes, etwa durch eine Retoure; hier kann zusätzlich die Umsatzsteuer zu berichtigen sein.
Quellen: § 31 UStDV: Rechnungsberichtigung · § 17 UStG: Berichtigung der Steuer
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Kunde gibt einen Teil seiner Bestellung zurück. Der Shop dokumentiert die Minderung mit Bezug zur Ursprungsrechnung und stimmt Korrekturbeleg, Erstattung und Warenrücklauf miteinander ab.
Wichtig
Die Ursprungsrechnung nicht einfach löschen oder überschreiben. Halte die Belegkette nachvollziehbar. Eine kaufmännische Gutschrift wegen Retoure ist etwas anderes als das umsatzsteuerliche Gutschriftverfahren, bei dem der Kunde für den Leistenden abrechnet.
Verwandte Begriffe: Gutschriftverfahren · Retourenmanagement
WarenbestandsbewertungBewertung
Definition
Die Warenbestandsbewertung bestimmt den bilanziellen Wert der vorhandenen Handelsware. Ausgangspunkt sind die Anschaffungskosten einschließlich zuordenbarer Nebenkosten. Für Umlaufvermögen sind handelsrechtlich gegebenenfalls niedrigere Stichtagswerte anzusetzen.
Quellen: § 253 HGB: Bewertung · § 255 HGB: Anschaffungs- und Herstellungskosten
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop erfasst Einkaufspreis, zurechenbare Fracht und Zoll seiner Ware. Für beschädigte oder wirtschaftlich überholte Artikel prüft er anhand belastbarer Unterlagen einen niedrigeren Wert.
Wichtig
Shop-Verkaufspreise sind keine Anschaffungskosten. Abziehbare Vorsteuer zählt nicht zu den Anschaffungskosten. Pauschale Abschläge ohne Begründung reichen nicht; eine handelsrechtliche Abwertung ist zudem nicht automatisch steuerlich in gleicher Höhe anzuerkennen.
Verwandte Begriffe: Inventur · Wareneinsatz
ReihengeschäftUmsatzsteuer
Definition
Ein Reihengeschäft liegt vor, wenn mehrere Unternehmer Liefergeschäfte über dieselbe Ware abschließen und diese direkt vom ersten Unternehmer zum letzten Abnehmer gelangt. Die Beförderung oder Versendung ist dabei grundsätzlich nur einer Lieferung zuzuordnen.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Hersteller A verkauft an Händler B, B an Kunden C. A verschickt direkt an C. Steuerlich werden die beiden Lieferungen getrennt eingeordnet, obwohl die Ware nur einmal transportiert wird.
Wichtig
Transportverantwortung, Stellung der Beteiligten und gegebenenfalls die verwendete USt-IdNr. beeinflussen die Zuordnung. Eine Steuerbefreiung der bewegten Lieferung gilt nicht automatisch für alle Lieferungen der Kette. Ein Dreiecksgeschäft ist nur ein besonderer, gesondert geregelter Fall.
Verwandte Begriffe: Dropshipping · Innergemeinschaftliche Lieferung
Zoll / EinfuhrzollEinfuhrabgabe
Definition
Einfuhrzoll ist eine zollrechtliche Abgabe auf bestimmte eingeführte Waren. Die Höhe richtet sich unter anderem nach der tariflichen Einreihung, dem Ursprung und der jeweiligen Bemessungsgrundlage. Er ist nicht mit Einfuhrumsatzsteuer gleichzusetzen.
Quellen: Zoll: Elektronischer Zolltarif · § 255 HGB: Anschaffungs- und Herstellungskosten
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Vor der Beschaffung eines Produkts prüft ein Händler im Zolltarif die Wareneinreihung und maßgeblichen Einfuhrmaßnahmen. Zoll und Transportkosten fließen in seine Einkaufskalkulation ein.
Wichtig
Eine einzige pauschale Zollquote passt nicht zu allen Produkten und Herkunftsländern. Präferenzen, Zusatzabgaben und Sondermaßnahmen können relevant sein. Zoll ist keine als Vorsteuer abziehbare Umsatzsteuer; die bilanzielle Zuordnung ist gesondert vorzunehmen.
Verwandte Begriffe: Warennummer / HS, KN und TARIC · Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)
WareneinsatzHandelskalkulation
Definition
Der Wareneinsatz beschreibt den wertmäßigen Verbrauch beziehungsweise Abgang von Handelsware in einer Periode. Vereinfacht gilt: Anfangsbestand + bereinigte Warenzugänge − Endbestand. Bewertung und Bestandskorrekturen müssen konsistent sein.
Quellen: § 240 HGB: Inventar · § 255 HGB: Anschaffungs- und Herstellungskosten · § 4 EStG: Gewinnermittlung
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Anfangsbestand 20.000 Euro plus Warenzugänge 80.000 Euro minus Endbestand 30.000 Euro ergibt vereinfacht 70.000 Euro Wareneinsatz. Alle Beträge stehen auf derselben Kostenbasis.
Wichtig
Wareneinkauf und Wareneinsatz sind bei Bestandsveränderungen nicht dasselbe. Retouren, Schwund und Bewertungsanpassungen müssen nachvollziehbar sein. Die betriebswirtschaftliche Verbrauchsrechnung ist von der steuerlichen Behandlung bezahlter Waren bei einer EÜR zu unterscheiden.
Verwandte Begriffe: Warenbestandsbewertung · Deckungsbeitrag
CashflowFinanzsteuerung
Definition
Cashflow beschreibt zahlungswirksame Zu- und Abflüsse eines Zeitraums. In einer Kapitalflussrechnung werden regelmäßig laufende Geschäftstätigkeit, Investitionen und Finanzierung unterschieden. Cashflow ist nicht dasselbe wie Gewinn oder Bankbestand.
Quelle: Shopify: Cashflow
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop verkauft mit Gewinn, bezahlt aber vorher einen großen Warenbestand. In dieser Phase kann der operative Zahlungsüberschuss negativ sein, obwohl die Ergebnisrechnung positiv ausfällt.
Wichtig
Ein Kredit erhöht die verfügbaren Mittel, aber nicht den operativen Verkaufserfolg. Trenne daher Zahlungsquellen und Verwendungszwecke. Die vereinfachte Rechnung Gewinn plus Abschreibungen ersetzt keine vollständige Analyse von Forderungen, Vorräten und Verbindlichkeiten.
Verwandte Begriffe: Liquidität · Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)
LiquiditätZahlungsfähigkeit
Definition
Liquidität beschreibt die Fähigkeit, fällige Zahlungsverpflichtungen rechtzeitig zu erfüllen. Für die Planung zählen tatsächlich verfügbare Mittel sowie erwartete Ein- und Auszahlungen zu ihren jeweiligen Terminen.
Quelle: IHK Hannover: Liquiditätsplanung
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Händler plant Warenrechnungen, Löhne und Steuerzahlungen gegen erwartete Kunden- und Marktplatzauszahlungen. Zurückgehaltene Plattformreserven werden nicht wie bereits verfügbares Bankguthaben behandelt.
Wichtig
Umsatz und Gewinn allein sichern keine Zahlungsfähigkeit. Auch Darlehenstilgungen, Investitionen und Steuern gehören in die Planung. Führe nicht nur eine Jahressumme, sondern betrachte die Zeitpunkte und mögliche Verzögerungen der Zahlungsströme.
Verwandte Begriffe: Cashflow · Offene Posten (OPOS)
Content Creator
Content Creator
Grundlage
Definition
Ein Content Creator erstellt digitale Inhalte wie Videos, Fotos, Texte, Podcasts oder Livestreams für eine bestimmte Zielgruppe.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Creator verbindet Inhalte mit Einnahmen aus Kooperationen, Affiliate-Links, digitalen Produkten oder einem eigenen Shop.
Wichtig
Die Tätigkeit kann steuerlich und rechtlich unterschiedlich eingeordnet werden. Eine individuelle Prüfung ist sinnvoll.
Creator Economy
Geschäftsmodell
Definition
Die Creator Economy umfasst Geschäftsmodelle, Plattformen und Dienstleistungen rund um selbst erstellte Inhalte und Communities.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Einnahmequellen können Kooperationen, Abonnements, Affiliate-Provisionen, Merch, Kurse oder eigene Produkte sein.
Wichtig
Reichweite allein sagt wenig über Gewinn, Liquidität, Steuerlast oder die Stabilität des Geschäftsmodells aus.
Personal Brand
Positionierung
Definition
Eine Personal Brand ist das gezielt aufgebaute öffentliche Profil einer Person mit bestimmten Themen, Werten und Kompetenzen.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Creator positioniert sich dauerhaft zu E-Commerce-Steuern und verbindet Fachinhalte mit persönlichen Erfahrungen.
Wichtig
Markenname, Accounts und Nutzungsrechte sollten organisatorisch und vertraglich sauber zugeordnet werden.
Influencer-Marketing
Kooperation
Definition
Influencer-Marketing ist die Zusammenarbeit einer Marke mit einer Person, die in einer Community Aufmerksamkeit und Vertrauen aufgebaut hat.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Creator veröffentlicht gegen Vergütung ein Produktvideo und verlinkt auf den Shop des Auftraggebers.
Wichtig
Vergütung, Sachleistungen, Nutzungsrechte, Kennzeichnung und steuerliche Behandlung sollten vorab geklärt werden.
Brand Deal
Vertrag
Definition
Ein Brand Deal ist eine vereinbarte Kooperation zwischen einem Creator und einer Marke über Inhalte, Leistungen und Vergütung.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Der Vertrag legt drei Videos, Veröffentlichungsfristen, Honorar, Freigaben und die Nutzung der Inhalte fest.
Wichtig
Auch kostenlose Produkte oder erfolgsabhängige Vergütungen sollten dokumentiert und steuerlich eingeordnet werden.
Verwandte Begriffe: Sacheinnahmen · Gutschriftverfahren
Affiliate-Marketing
Einnahmen
Definition
Beim Affiliate-Marketing empfehlen Partner Produkte über Links oder Codes und erhalten bei einer definierten Aktion eine Provision.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Creator stellt ein Shopsystem vor und erhält für vermittelte Abschlüsse eine vertraglich vereinbarte Vergütung.
Wichtig
Provisionen müssen vollständig erfasst werden; werbliche Empfehlungen sollten transparent gekennzeichnet sein.
Verwandte Begriffe: Gutschriftverfahren · Künstlersozialabgabe
Product Placement
Werbung
Definition
Product Placement ist die gezielte Einbindung eines Produkts oder einer Marke in einen redaktionell oder unterhaltend wirkenden Inhalt.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Produkt wird in einem Video sichtbar verwendet und die Einbindung ist Teil einer Kooperation.
Wichtig
Werbliche Inhalte müssen je nach Kontext, Medium und Zielmarkt transparent gekennzeichnet werden.
Sponsoring
Kooperation
Definition
Sponsoring ist die Gewährung von Geld-, Sach- oder Dienstleistungen gegen eine vereinbarte kommunikative Gegenleistung.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Eine Marke stellt Technik bereit und erhält dafür festgelegte Erwähnungen in einer Videoreihe.
Wichtig
Leistung, Gegenleistung, Wert der Sachleistung und Abrechnung sollten nachvollziehbar festgehalten werden.
Verwandte Begriffe: Sacheinnahmen · Barter-Deal / tauschähnlicher Umsatz
User Generated Content (UGC)
Inhalte
Definition
UGC sind von Kunden oder Community-Mitgliedern erstellte Inhalte, die ein Produkt, eine Marke oder eine Nutzungserfahrung zeigen.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop erhält die Erlaubnis, ein Kunden-Video auf einer Produktseite und in einer Kampagne zu verwenden.
Wichtig
Verwendungsrechte, Persönlichkeitsrechte, Musikrechte und eine mögliche Werbekennzeichnung müssen geprüft werden.
Media Kit
Kooperationen
Definition
Ein Media Kit stellt einen Creator, seine Themen, Zielgruppen, Formate und Kooperationsmöglichkeiten kompakt vor.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Das Dokument enthält aktuelle Reichweiten, Zielgruppenmerkmale, Formate, Preise oder Anfrageoptionen und Kontaktdaten.
Wichtig
Kennzahlen sollten aktuell, nachvollziehbar und nach Plattform getrennt dargestellt werden.
Creator-Vertrag
Vertrag
Definition
Ein Creator-Vertrag regelt die Zusammenarbeit zwischen Creator und Auftraggeber, etwa Leistungen, Vergütung, Fristen und Rechte.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Vereinbart werden Content-Formate, Abnahme, Korrekturschleifen, Exklusivität und die Nutzung auf weiteren Kanälen.
Wichtig
Steuerliche Pflichten werden durch einen Vertrag nicht automatisch erledigt; beide Seiten müssen ihre Einordnung prüfen.
Nutzungsrechte
Rechte
Definition
Nutzungsrechte bestimmen, wie, wo, wie lange und in welchem Umfang ein erstellter Content verwendet werden darf.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Auftraggeber darf ein Video nur auf Instagram nutzen oder erhält zusätzlich Rechte für Shop, Website und bezahlte Werbung.
Wichtig
Umfang, Dauer, Gebiet, Medien, Bearbeitung und Vergütung sollten ausdrücklich geregelt werden.
Verwandte Begriffe: Künstlersozialabgabe · Creator-Vertrag
SacheinnahmenCreator-Steuern
Definition
Sacheinnahmen sind betrieblich veranlasste Vorteile, die nicht in Geld zufließen. Im Creator-Business kommen insbesondere überlassene Produkte, Reisen oder andere Leistungen in Betracht. Dass kein Geld auf das Konto eingeht, macht den Vorteil nicht automatisch steuerfrei.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Eine Creatorin erhält für ein vereinbartes Video ein Produkt, das sie behalten darf. Sie dokumentiert die Vereinbarung, den Erhalt, den Wert und die weitere Nutzung des Produkts.
Wichtig
Unterscheide dauerhafte Überlassung, echte Leihe mit Rückgabe und rein private Zuwendung. Bewertung, mögliche Betriebsausgaben und eine etwaige Pauschalbesteuerung durch den Zuwendenden sind gesondert zu prüfen. Bewahre entsprechende Bestätigungen auf.
Verwandte Begriffe: Barter-Deal / tauschähnlicher Umsatz · Betriebseinnahmen
Barter-Deal / tauschähnlicher UmsatzLeistungstausch
Definition
Bei einem Barter-Deal tauschen Beteiligte Leistungen statt ausschließlich Geld. Erbringt ein Creator Werbung gegen ein Produkt, kann umsatzsteuerlich ein tauschähnlicher Umsatz vorliegen. Beide Leistungsrichtungen sind eigenständig zu beurteilen.
Quellen: § 3 UStG: Lieferung und sonstige Leistung · § 10 UStG: Bemessungsgrundlage
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop überlässt einem Creator Ware gegen ein vereinbartes Werbevideo. Warenlieferung und Werbeleistung werden getrennt beschrieben, bewertet und entsprechend der jeweiligen steuerlichen Behandlung abgerechnet.
Wichtig
Kein Geldfluss bedeutet nicht kein Umsatz. Auch bei Aufrechnung sind die Leistungen zu erfassen. Leistungsort, Kleinunternehmerstatus, Steuerpflicht und eine mögliche Zuzahlung dürfen nicht durch die bloße Bezeichnung Produktgeschenk verdeckt werden.
Verwandte Begriffe: Sacheinnahmen · Brand Deal
Donations / Fan-ZuwendungenCreator-Einnahmen
Definition
Donations sind freiwillige Geld- oder Sachzuwendungen von Fans, etwa an Streamer. Besteht ein betrieblicher Zusammenhang, können sie Betriebseinnahmen sein. Die Bezeichnung Spende auf einer Plattform entscheidet nicht über die steuerliche Behandlung.
Quellen: Finanzverwaltung NRW: Influencer und Steuern · § 3 UStG: Lieferung und sonstige Leistung
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Streamer erhält neben Abonnementerlösen freiwillige Fan-Zahlungen. Er dokumentiert die Plattformabrechnung und erfasst die Bruttobeträge getrennt von Plattformgebühren und Auszahlungen.
Wichtig
Für die Umsatzsteuer ist gesondert zu prüfen, ob ein Leistungsaustausch besteht, beispielsweise durch vereinbarte Vorteile. Eine freiwillige Zahlung ist nicht automatisch umsatzsteuerpflichtig oder umsatzsteuerfrei. Die steuerliche Spendenabzugsfähigkeit beim Fan ist eine andere Frage.
Verwandte Begriffe: Betriebseinnahmen · Zahlungsabgleich / Clearing
Freiberuflichkeit oder GewerbeEinordnung
Definition
Ob eine Tätigkeit freiberuflich oder gewerblich ist, richtet sich nach ihrer tatsächlichen Ausgestaltung und den gesetzlichen Kriterien. Selbstständige künstlerische, schriftstellerische oder journalistische Arbeit kann freiberuflich sein; Warenhandel ist typischerweise gewerblich.
Quellen: § 18 EStG: Selbständige Arbeit · § 15 EStG: Gewerbebetrieb
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Creator arbeitet journalistisch, verkauft aber auch Merchandise. Die unterschiedlichen Tätigkeiten werden inhaltlich und organisatorisch betrachtet, statt pauschal das gesamte Business als freiberuflich zu bezeichnen.
Wichtig
Berufsbezeichnung, Plattformprofil und Gewerbeanmeldung entscheiden die einkommensteuerliche Einordnung nicht allein. Bei gemischten Tätigkeiten sind Trennbarkeit und gegebenenfalls Abfärbung bei Personengesellschaften zu prüfen. Die KSK-Zuordnung ist eine eigenständige sozialrechtliche Beurteilung.
Verwandte Begriffe: Gewerbeanmeldung · Künstlersozialkasse (KSK)
Künstlersozialkasse (KSK)Sozialversicherung
Definition
Die Künstlersozialkasse organisiert die Einbeziehung versicherungspflichtiger selbstständiger Künstler und Publizisten in die gesetzliche Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung nach dem KSVG. Sie ist keine eigene Krankenkasse.
Quellen: Künstlersozialkasse: Voraussetzungen · § 1 KSVG: Versicherungspflicht
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Eine selbstständige Videokünstlerin legt ihre Tätigkeit, Verträge und Einkommensprognose dar, damit die Versicherungspflicht geprüft werden kann. Die bloße Bezeichnung Content Creator genügt dafür nicht.
Wichtig
Tätigkeit, Selbstständigkeit, voraussichtliches Arbeitseinkommen und weitere gesetzliche Voraussetzungen sind maßgeblich. Versicherung des Creators und Künstlersozialabgabe des Auftraggebers sind getrennte Fragen. Eine gewerbliche steuerliche Einordnung schließt die KSK-Prüfung nicht pauschal aus.
Verwandte Begriffe: Künstlersozialabgabe · Freiberuflichkeit oder Gewerbe
KünstlersozialabgabeAuftraggeber
Definition
Die Künstlersozialabgabe dient der Finanzierung der Künstlersozialversicherung. Sie kann für Unternehmen anfallen, die selbstständige künstlerische oder publizistische Leistungen verwerten oder für ihre Werbung beauftragen.
Quellen: § 24 KSVG: Abgabepflicht · Künstlersozialkasse: FAQ für Unternehmen
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Online-Shop bezahlt einen selbstständigen Creator für selbst erstellte Werbevideos. Er prüft seinen Abgabestatus und dokumentiert die relevanten Entgelte statt die Frage allein dem Creator zu überlassen.
Wichtig
Eine Versicherung des beauftragten Creators bei der KSK ist keine notwendige Voraussetzung. Auftraggeberstatus, Leistungsart, Rechtsform des Empfängers und gesetzliche Grenzen sind zu beachten. Reine Affiliate-Provisionen für Werbemöglichkeiten werden laut KSK anders behandelt als vergütete Content-Erstellung.
Verwandte Begriffe: Künstlersozialkasse (KSK) · Affiliate-Marketing
E-Commerce & Shops
E-Commerce
Grundlage
Definition
E-Commerce bezeichnet den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen über digitale Kanäle.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Zum E-Commerce gehören nicht nur der Shop, sondern auch Produktdaten, Zahlung, Logistik, Kundenservice, Retouren und Buchhaltung.
Wichtig
Steuerliche und rechtliche Pflichten hängen unter anderem von Produkt, Zielmarkt, Kundengruppe und Vertriebsweg ab.
Direct-to-Consumer (D2C)
Geschäftsmodell
Definition
D2C beschreibt den direkten Verkauf einer Marke an Endkunden, häufig über einen eigenen Online-Shop.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Eine Marke verkauft Produkte über den eigenen Shop und steuert Kundendaten, Marketing, Zahlung und Support selbst.
Wichtig
Direkter Vertrieb bedeutet auch eigene Verantwortung für Steuern, Datenschutz, Verbraucherinformationen und Prozesse.
B2C
Geschäftsmodell
Definition
B2C steht für Business-to-Consumer und beschreibt Geschäfte zwischen Unternehmen und privaten Endkunden.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop verkauft Kleidung an Verbraucher und stellt Preis, Versand, Widerruf und Zahlungsarten entsprechend dar.
Abgrenzung
B2B-Geschäfte richten sich an Unternehmen und können andere Preis-, Rechnungs- und Umsatzsteuerfragen aufwerfen.
Verwandte Begriffe: B2B (Business-to-Business) · Innergemeinschaftlicher Fernverkauf
Online-Shop
Vertrieb
Definition
Ein Online-Shop ist eine digitale Verkaufsplattform, auf der Produkte oder Leistungen präsentiert, bestellt und bezahlt werden können.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop verbindet Produktkatalog, Warenkorb, Checkout, Zahlungsanbieter, Versand und Kundenservice.
Wichtig
Shop-Prozesse sollten mit Buchhaltung, Belegwesen, Lager und steuerlicher Auswertung zusammenpassen.
Shopsystem
Technik
Definition
Ein Shopsystem ist die technische Software für Produktdarstellung, Bestellungen, Kundenverwaltung und Shop-Prozesse.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Beim Auswahlprozess werden Schnittstellen zu Zahlungsanbietern, Marktplätzen, Warenwirtschaft und Buchhaltung berücksichtigt.
Wichtig
Automatisierung ersetzt keine Kontrolle der Umsatzsteuer, Gebühren, Gutschriften und Auszahlungen.
Verwandte Begriffe: Multichannel · Zahlungsabgleich / Clearing
Produktdetailseite
Shop
Definition
Die Produktdetailseite bündelt die Informationen, die Kunden für eine Kaufentscheidung benötigen.
Bestandteile
Typisch sind Produktname, Preis, Verfügbarkeit, Bilder, Eigenschaften, Lieferinformationen, Varianten und Kaufmöglichkeit.
Wichtig
Preise, Versandkosten, Pflichtinformationen und Leistungsbeschreibung müssen zur tatsächlichen Abwicklung passen.
Checkout
Bestellung
Definition
Der Checkout ist der Bestellprozess von der Warenkorbübersicht bis zur Bestätigung der Zahlung und Bestellung.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Adresse, Versandart, Zahlungsart, Gesamtkosten und rechtlich erforderliche Informationen werden vor dem Kauf transparent angezeigt.
Wichtig
Testbestellungen und Abgleich mit Zahlungs- und Buchhaltungssystemen helfen, Fehler früh zu erkennen.
Warenkorb
Shop
Definition
Der Warenkorb speichert die ausgewählten Produkte und zeigt die geplante Bestellung vor dem Checkout an.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Der Warenkorb weist Mengen, Preise, Rabatte, Versandkosten und den voraussichtlichen Gesamtbetrag nachvollziehbar aus.
Wichtig
Preis- und Verfügbarkeitsangaben sollten bis zur Bestellung konsistent bleiben.
Warenkorbabbruch
Conversion
Definition
Ein Warenkorbabbruch liegt vor, wenn Produkte in den Warenkorb gelegt, die Bestellung aber nicht abgeschlossen wird.
Mögliche Ursachen
Unerwartete Kosten, fehlende Zahlungsarten, technische Fehler, komplizierte Formulare oder fehlendes Vertrauen.
Wichtig
Analyse und Verbesserungen sollten auch Retouren, Storno, Betrugsrisiken und Datenschutz berücksichtigen.
Zahlungsanbieter
Zahlung
Definition
Ein Zahlungsanbieter verarbeitet oder vermittelt Zahlungen im Online-Shop, etwa per Karte, Überweisung, Wallet oder Rechnung.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Auszahlungen werden mit Bestellungen, Gebühren, Rückerstattungen und den Buchhaltungsdaten abgeglichen.
Wichtig
Gebühren, Zahlungszeitpunkt, Auszahlungsberichte und Rückbelastungen müssen in die Finanzprozesse einbezogen werden.
Verwandte Begriffe: Zahlungsabgleich / Clearing · Offene Posten (OPOS)
Fulfillment
Logistik
Definition
Fulfillment umfasst die Auftragsabwicklung von Lagerung und Kommissionierung bis zu Versand, Retouren und teilweise Kundenservice.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein externer Dienstleister lagert Produkte, verpackt Bestellungen und übermittelt Versand- und Retourendaten an den Shop.
Wichtig
Leistungsorte, Rechnungen, Gebühren und Warenbewegungen sollten für steuerliche und kaufmännische Zwecke nachvollziehbar sein.
Verwandte Begriffe: 3PL (Third-Party Logistics) · Pan-EU-FBA
Retourenmanagement
Prozess
Definition
Retourenmanagement umfasst die Organisation, Prüfung, Erstattung und Wiedereinlagerung zurückgesendeter Waren.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Shop, Zahlungsanbieter, Lager und Buchhaltung stimmen Rücksendung, Gutschrift, Erstattung und Bestandsänderung ab.
Wichtig
Widerruf, Mängelrechte, freiwillige Rückgaberegeln und steuerliche Korrekturen sind nicht dasselbe und sollten getrennt betrachtet werden.
Verwandte Begriffe: Rechnungskorrektur · Retourenquote
InventurWarenbestand
Definition
Die Inventur ist die Bestandsaufnahme von Vermögensgegenständen und Schulden. Bei Handelsware steht häufig die körperliche Aufnahme durch Zählen, Messen oder Wiegen im Mittelpunkt. Das daraus erstellte Verzeichnis heißt Inventar.
Quelle: § 240 HGB: Inventar
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Onlinehändler nimmt eigene Bestände im eigenen Lager und beim Fulfillment-Dienstleister auf. Er dokumentiert auch beschädigte Ware, Retouren und noch unterwegs befindliche Lieferungen mit ihrer wirtschaftlichen Zuordnung.
Wichtig
Ein exportierter Sollbestand ist nicht automatisch eine ordnungsgemäße Inventur. Kläre Aufnahmeverfahren, Stichtag und Bestandsdifferenzen. Mengenfeststellung und anschließende Bewertung sind unterschiedliche Arbeitsschritte; zulässige Vereinfachungen haben eigene Voraussetzungen.
Verwandte Begriffe: Warenbestandsbewertung · Lagerumschlagshäufigkeit
DropshippingGeschäftsmodell
Definition
Dropshipping ist ein Vertriebsmodell, bei dem der Shop verkauft, die Ware aber typischerweise direkt von einem Lieferanten an den Kunden versandt wird. Das Fehlen eines eigenen Lagers sagt noch nichts über die steuerliche Behandlung aus.
Quellen: Shopify: Dropshipping erklärt · § 3 UStG: Lieferung und sonstige Leistung
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Kunde bestellt im deutschen Shop. Der Lieferant versendet die Ware direkt aus seinem Lager an den Kunden. Der Shop dokumentiert deshalb nicht nur seinen Verkauf, sondern auch Einkauf und tatsächlichen Warenweg.
Wichtig
Bei mehreren Verkäufern und einer direkten Warenbewegung kann ein Reihengeschäft vorliegen. Versandstaat, Bestimmungsland, Transportverantwortung und Importeur sind zu klären. Der Zahlungsfluss allein bestimmt nicht den umsatzsteuerlichen Lieferort.
Verwandte Begriffe: Reihengeschäft · IOSS (Import-One-Stop-Shop)
B2B (Business-to-Business)Geschäftsmodell
Definition
B2B bezeichnet Geschäfte zwischen Unternehmen. Der Begriff grenzt den Kundenkreis vom B2C-Geschäft mit Verbrauchern ab, legt aber für sich allein weder eine Umsatzsteuerbefreiung noch ein bestimmtes Rechnungsverfahren fest.
Quellen: § 14 UStG: Rechnungen und Gutschriften · § 6a UStG: Innergemeinschaftliche Lieferung
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Großhändler verkauft Verpackungsmaterial an einen Online-Shop. Neben den Vertragsdaten werden die tatsächliche Kundenstellung, die Ware und der Lieferweg für die Abrechnung erfasst.
Wichtig
Nicht jede Bestellung mit Firmenname ist umsatzsteuerlich gleich zu behandeln. Inland, EU und Drittland sowie Waren und Dienstleistungen folgen unterschiedlichen Regeln. Eine gültige Umsatzsteuer-ID kann wichtig sein, macht einen Umsatz aber nicht automatisch steuerfrei.
Verwandte Begriffe: B2C · Umsatzsteuer-ID
MultichannelVertrieb
Definition
Multichannel bedeutet, Produkte oder Leistungen über mehrere Vertriebskanäle anzubieten, beispielsweise im eigenen Shop und auf Marktplätzen. Omnichannel geht darüber hinaus und verbindet Kanäle zu einem abgestimmten Kundenerlebnis.
Quelle: Shopify: Vertriebskanäle
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Eine Marke verkauft im eigenen Shop, auf Amazon und im stationären Handel. Bestellungen und Retouren werden den Kanälen zugeordnet und mit Lager- und Zahlungsdaten zusammengeführt.
Wichtig
Ein zentraler Datenimport ist noch keine vollständige Abstimmung. Vermeide doppelte Umsätze, uneinheitliche Artikelnummern und fehlende Gebühren. Prüfe Steuerregeln und Rechnungsprozesse je Kanal, statt die Einrichtung eines Systems pauschal zu übernehmen.
Verwandte Begriffe: Zahlungsabgleich / Clearing · Marktplatz-Reporting
Zollabfertigung / ImportabfertigungImport
Definition
Die Zollabfertigung ist das Verfahren zur zollrechtlichen Behandlung einer Ware. Bei einer Einfuhr zum freien Verkehr gehören insbesondere die Zollanmeldung, ihre Prüfung und die Überlassung der Ware dazu.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Händler beauftragt einen Dienstleister mit der Anmeldung seiner Importware. Dafür stellt er Handelsrechnung, Produktbeschreibung, Transportinformationen und die notwendigen Beteiligtenkennungen bereit.
Wichtig
Kläre, wer Einführer, Anmelder und Vertreter ist. Sichere Anmeldung, Abgabenbescheid und Warenbezug für die Buchhaltung. Eine erfolgreich abgefertigte Sendung ist nicht automatisch ein Nachweis, dass sämtliche Produkt- und Vertriebsvorschriften erfüllt sind.
Verwandte Begriffe: EORI-Nummer · Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)
Warennummer / HS, KN und TARICZolltarif
Definition
Warennummern ordnen Produkte zolltariflich ein. Das internationale Harmonisierte System (HS) bildet die sechsstellige Grundlage. Die EU erweitert diese zur achtstelligen Kombinierten Nomenklatur (KN); der TARIC enthält weitere EU-Unterteilungen und Maßnahmen.
Quellen: Zoll: Kombinierte Nomenklatur · Zoll: Elektronischer Zolltarif
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Importeur beschreibt Material, Funktion und technische Eigenschaften seines Produkts, um es richtig einzureihen. Er übernimmt eine Lieferantenangabe nicht ungeprüft in die deutsche Einfuhranmeldung.
Wichtig
HS-Code, KN-Nummer und vollständige Einfuhr-Codenummer sind nicht beliebig austauschbar. Der deutsche elektronische Zolltarif führt bei Einfuhren bis zur elfstelligen Codenummer. Prüfe Einreihung und maßgebliche Fassung anhand der konkreten Ware.
Verwandte Begriffe: Zoll / Einfuhrzoll · Zollabfertigung / Importabfertigung
FrachtkostenTransportkosten
Definition
Frachtkosten sind Entgelte für den Transport von Waren. Für Buchhaltung und Kalkulation ist zwischen Beschaffungstransporten und dem Versand verkaufter Ware zu unterscheiden. Zurechenbare Beschaffungskosten können Teil der Anschaffungskosten sein.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Händler importiert mehrere Artikel in einer Sendung. Die zurechenbare Eingangsfracht wird sachgerecht auf die beschafften Waren verteilt. Die späteren Paketkosten an Endkunden werden gesondert betrachtet.
Wichtig
Gleiche Zahlungsart bedeutet nicht gleiche Kostenart. Belege sollten Bezug zur Lieferung, Leistungszeitraum und Nebenkosten erkennen lassen. Abziehbare Vorsteuer, Zoll und reine Transportkosten dürfen in der Kalkulation nicht ungeprüft zusammengefasst werden.
Verwandte Begriffe: Warenbestandsbewertung · Deckungsbeitrag
FrachtbriefTransportbeleg
Definition
Ein Frachtbrief dokumentiert Angaben zu einem Beförderungsvertrag, etwa Absender, Empfänger, Frachtführer und Transportgut. Ausgestaltung und Anforderungen hängen vom Transport und dem anwendbaren Recht ab.
Quellen: § 408 HGB: Frachtbrief · § 6a UStG: Innergemeinschaftliche Lieferung
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Händler verknüpft Frachtbrief, Lieferschein, Rechnung und Lagerzugang einer Warenlieferung. So kann er Transport und Warenbewegung nachvollziehbar einem Geschäftsvorfall zuordnen.
Wichtig
Ein Frachtbrief ist weder automatisch eine Rechnung noch ein vollständiger umsatzsteuerlicher Befreiungsnachweis. Für innergemeinschaftliche Lieferungen oder Ausfuhren sind die jeweiligen Nachweisanforderungen gesondert zu beachten. Bewahre nicht nur die Speditionsrechnung auf.
Verwandte Begriffe: Zollabfertigung / Importabfertigung · Innergemeinschaftliche Lieferung
LagerhaltungskostenLogistik-Kosten
Definition
Lagerhaltungskosten entstehen durch das Vorhalten von Warenbeständen, beispielsweise für Flächen, Personal, Technik, Versicherung oder Bestandsrisiken. In einer wirtschaftlichen Kalkulation kann auch die Kapitalbindung berücksichtigt werden.
Quellen: Shopify: Lagerhaltungskosten · § 255 HGB: Anschaffungs- und Herstellungskosten
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop vergleicht die tatsächlich abgerechneten Lagergebühren mit den durchschnittlichen Beständen. Artikel mit langer Lagerdauer verursachen Kosten, auch wenn in dieser Zeit kein Verkauf erfolgt.
Wichtig
Trenne gebuchte Aufwendungen von kalkulatorischen Kosten, etwa einer Verzinsung gebundenen Kapitals. Doppelte Berücksichtigung von Fulfillment-Pauschalen und Einzelkosten verfälscht die Kalkulation. Lagerkosten sind nicht pauschal Anschaffungskosten jeder noch vorhandenen Ware.
Verwandte Begriffe: Lagerumschlagshäufigkeit · Deckungsbeitrag
LagerumschlagshäufigkeitKennzahl
Definition
Die Lagerumschlagshäufigkeit beschreibt, wie oft sich der durchschnittliche Warenbestand in einem Zeitraum rechnerisch umsetzt. Eine wertbezogene Berechnung lautet: Wareneinsatz ÷ durchschnittlicher Warenbestand. Beide Werte müssen auf vergleichbarer Kostenbasis stehen.
Quelle: Shopify: Lagerumschlag
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Bei 240.000 Euro jährlichem Wareneinsatz und durchschnittlich 60.000 Euro Warenbestand beträgt der rechnerische Lagerumschlag vier pro Jahr.
Wichtig
Umsatzerlöse zu Verkaufspreisen und Bestand zu Anschaffungskosten nicht vermischen. Saison und Sortiment beeinflussen die Einordnung. Ein sehr hoher Umschlag ist kein uneingeschränktes Gütesiegel, wenn dadurch Fehlbestände oder Lieferausfälle entstehen.
Verwandte Begriffe: Wareneinsatz · Lagerhaltungskosten
3PL (Third-Party Logistics)Logistikpartner
Definition
3PL bezeichnet die Auslagerung von Logistikleistungen an einen externen Dienstleister. Je nach Vertrag übernimmt dieser etwa Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung, Versand und Retourenbearbeitung.
Quelle: DHL: Was ist 3PL-Logistik?
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop nutzt einen 3PL für Lager und Versand. Bestellungen werden per Schnittstelle übermittelt; Bestandsbewegungen, Versandbestätigungen und Retouren fließen zurück in die kaufmännischen Systeme.
Wichtig
Logistik auszulagern ersetzt keine steuerliche Kontrolle. Vereinbare Datenzugriff, Inventurunterstützung und nachvollziehbare Abrechnungen. Zusätzliche Lagerorte im Ausland und ein Auftreten als Zollvertreter sind gesondert zu klären; sie ergeben sich nicht allein aus der Bezeichnung 3PL.
Verwandte Begriffe: Fulfillment · Umsatzsteuerregistrierung im Ausland
IncotermsLieferbedingungen
Definition
Die Incoterms-Regeln der Internationalen Handelskammer (ICC) verteilen bestimmte Lieferpflichten, Kosten und Transportrisiken zwischen Verkäufer und Käufer. Ihre Anwendung und die verwendete Fassung werden vertraglich vereinbart.
Quelle: ICC: Incoterms-Regeln
Vereinfachtes Praxisbeispiel
In einem Warenkauf wird nicht nur DAP genannt, sondern zusätzlich der genaue Bestimmungsort und die vereinbarte Incoterms-Fassung. So wird klarer, bis wohin der Verkäufer den Transport organisieren muss.
Wichtig
Die Regeln bestimmen nicht automatisch Eigentumsübergang, Zahlungsbedingungen oder alle steuerlichen Folgen. Kläre daneben den Importeur und die notwendigen Zollbelege. Eine vereinbarte Kostenübernahme ist noch kein Nachweis des Vorsteuerabzugs.
Verwandte Begriffe: DDP (Delivered Duty Paid) · DAP (Delivered at Place)
DDP (Delivered Duty Paid)Incoterms
Definition
Bei DDP trägt der Verkäufer nach der vereinbarten Incoterms-Regel grundsätzlich Transport und Risiko bis zum benannten Bestimmungsort sowie die Einfuhrabfertigung und zugehörige Abgaben. Die Ware wird dort auf dem ankommenden Transportmittel entladebereit bereitgestellt.
Quellen: ICC Academy: DAP und DDP · Zoll: Vorsteuerabzug der Einfuhrumsatzsteuer
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Lieferant bietet einem deutschen Shop eine DDP-Lieferung an. Vor der Bestellung klärt der Shop, wer als Einführer auftritt und welche Rechnungs- und Zolldokumente er erhält.
Wichtig
DDP bedeutet nicht automatisch, dass der Käufer Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer abziehen darf. Kostenregel, Zollanmeldung und steuerliche Berechtigung müssen zusammenpassen. Der Verkäufer muss die Einfuhrpflichten im Zielland tatsächlich erfüllen können.
Verwandte Begriffe: DAP (Delivered at Place) · Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)
DAP (Delivered at Place)Incoterms
Definition
Bei DAP organisiert der Verkäufer nach der vereinbarten Incoterms-Regel den Transport bis zum benannten Bestimmungsort und trägt bis zur dortigen entladebereiten Bereitstellung das Risiko. Einfuhrabfertigung und Einfuhrabgaben liegen grundsätzlich beim Käufer.
Quelle: ICC Academy: DAP und DDP
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop kauft Ware mit DAP-Lieferung an sein Lager. Er organisiert die Einfuhrabwicklung und kalkuliert deren Abgaben und Dienstleistungskosten zusätzlich zum vereinbarten Einkaufspreis.
Wichtig
Ein günstiger Angebotspreis ist nicht zwingend der vollständige Einstandspreis. Benenne den Lieferort genau und kläre Entladung und Zollvertretung. Die umsatzsteuerliche Behandlung folgt nicht ausschließlich aus dem Kürzel DAP.
Verwandte Begriffe: DDP (Delivered Duty Paid) · Frachtkosten
ROAS (Return on Ad Spend)Marketing-Kennzahl
Definition
ROAS setzt den einer Werbung zugerechneten Umsatz ins Verhältnis zu den Werbekosten: ROAS = zurechenbarer Werbeumsatz ÷ Werbekosten. Er misst damit Werbeeffizienz auf Umsatzbasis, nicht den Unternehmensgewinn.
Quelle: Shopify: Return on Ad Spend
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Eine Kampagne erzielt nach dem gewählten Attributionsmodell 12.000 Euro Umsatz bei 3.000 Euro Werbekosten. Der ROAS beträgt 4,0 beziehungsweise 400 Prozent.
Wichtig
Lege fest, ob Netto- oder Bruttoumsätze und ob Retouren berücksichtigt werden. Plattformen können denselben Kauf unterschiedlich zuordnen. Ein hoher ROAS kann bei niedriger Marge, hohen Retouren oder hohen Fixkosten dennoch mit Verlusten einhergehen.
Verwandte Begriffe: Deckungsbeitrag · Marge
Customer Acquisition Cost (CAC)Marketing-Kennzahl
Definition
CAC beschreibt die durchschnittlichen Kosten zur Gewinnung eines neuen Kunden. Die vereinfachte Formel lautet: zugeordnete Akquisekosten ÷ gewonnene Neukunden. Die berücksichtigten Kosten und der Zeitraum müssen festgelegt werden.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop ordnet 5.000 Euro Marketing- und Vertriebskosten der Gewinnung von 100 neuen Kunden zu. Der so berechnete CAC beträgt 50 Euro je Neukunde.
Wichtig
Neukunden nicht mit Bestellungen oder Werbeklicks verwechseln. Agentur-, Content- und Personalkosten können neben Werbeausgaben relevant sein. Vergleiche den CAC mit einem auf derselben Kostenlogik berechneten Kundenwert, nicht ungeprüft mit dem gesamten Kundenumsatz.
Verwandte Begriffe: Customer Lifetime Value (CLV) · Average Order Value (AOV)
Customer Lifetime Value (CLV)Kundenwert
Definition
Der CLV schätzt den wirtschaftlichen Wert einer Kundenbeziehung über einen definierten oder erwarteten Zeitraum. Modelle können Umsatz oder Deckungsbeiträge betrachten; Kosten, Abzinsung und Akquisition müssen ausdrücklich abgegrenzt werden.
Quelle: Shopify: Customer Lifetime Value
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Vereinfacht ergeben vier erwartete Bestellungen mit jeweils 20 Euro Deckungsbeitrag einen Kundenbeitrag von 80 Euro vor Akquisekosten und ohne Abzinsung. Dies ist eine Modellrechnung, keine Umsatzgarantie.
Wichtig
Prognosen hängen von Wiederkäufen, Retouren, Marge und Kundengruppen ab. Vergleiche einen umsatzbasierten CLV nicht ungeprüft mit Akquisekosten. Prüfe, ob die erwarteten Beiträge rechtzeitig zur Finanzierung neuer Kunden zur Verfügung stehen.
Verwandte Begriffe: Customer Acquisition Cost (CAC) · Deckungsbeitrag
Average Order Value (AOV)Bestellwert
Definition
Der AOV ist der durchschnittliche Umsatz je Bestellung innerhalb eines festgelegten Zeitraums: AOV = Umsatz ÷ Anzahl der Bestellungen. Für Vergleiche müssen die Definitionen von Umsatz und Bestellung gleich bleiben.
Quelle: Shopify: Average Order Value
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop erzielt 24.000 Euro nach seiner einheitlich definierten Umsatzbasis aus 400 Bestellungen. Der durchschnittliche Bestellwert beträgt 60 Euro.
Wichtig
Käuferzahl und Bestellzahl sind nicht identisch. Dokumentiere den Umgang mit Umsatzsteuer, Rabatten, Versandkosten, Stornos und Retouren. Ein höherer Bestellwert verbessert den Gewinn nicht automatisch, etwa wenn er nur durch hohe Rabatte erreicht wird.
Verwandte Begriffe: Customer Lifetime Value (CLV) · Marge
MargeKalkulation
Definition
Marge bezeichnet eine Spanne zwischen Erlös und bestimmten Kosten. Bei einer einfachen Handelsspanne wird der Nettoverkaufserlös um den Wareneinsatz vermindert. Die prozentuale Spanne bezieht sich dann auf den Nettoverkaufserlös.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Bei 100 Euro Nettoerlös und 60 Euro Wareneinsatz beträgt die einfache Handelsspanne 40 Euro beziehungsweise 40 Prozent des Erlöses. Weitere Kosten sind in dieser Rechnung noch nicht abgezogen.
Wichtig
Marge ist nicht gleich Aufschlag: Ein Aufschlag bezieht sich auf die Kostenbasis statt auf den Verkaufspreis. Benenne genau, ob Roh-, Deckungsbeitrags- oder Nettomarge gemeint ist. Werbung, Versand, Retouren und Fixkosten müssen zur Ergebnisbeurteilung zusätzlich betrachtet werden.
Verwandte Begriffe: Deckungsbeitrag · Wareneinsatz
RetourenquoteShop-Kennzahl
Definition
Die Retourenquote misst den Anteil zurückgesendeter Ware oder betroffener Bestellungen. Eine artikelbezogene Definition lautet: retournierte Artikel ÷ versandte Artikel derselben Bezugsgruppe × 100. Bestell-, Artikel- und wertbezogene Quoten sind zu unterscheiden.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Von einer Gruppe aus 1.000 versandten Artikeln werden nach ausreichender Beobachtungszeit 80 zurückgesandt. Die artikelbezogene Retourenquote dieser Gruppe beträgt 8 Prozent.
Wichtig
Retouren kommen zeitversetzt an. Vergleiche nicht ungeprüft Rücksendungen dieses Monats mit fremden Verkäufen desselben Monats. Für den wirtschaftlichen Effekt sind zusätzlich Erstattungen, Versand- und Prüfkosten sowie Wertverluste relevant.
Verwandte Begriffe: Retourenmanagement · Deckungsbeitrag
Marktplätze
Marketplace
Vertrieb
Definition
Ein Marketplace ist eine digitale Plattform, auf der mehrere Händler Produkte oder Dienstleistungen anbieten.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Händler verkauft über einen Marktplatz und erhält regelmäßig Abrechnungen zu Umsatz, Gebühren, Retouren und Auszahlungen.
Wichtig
Plattformabrechnungen müssen mit Bestellungen, Gebühren, Umsatzsteuer und Zahlungseingängen abgestimmt werden.
Seller
Marktplatz
Definition
Seller bezeichnet einen Händler, der eigene Waren oder Leistungen auf einem Marktplatz anbietet.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Der Seller verantwortet Produktdaten, Preise, Lagerbestand, Versand, Kundenservice und die steuerliche Dokumentation seiner Verkäufe.
Wichtig
Die Plattform übernimmt nicht automatisch alle Pflichten des Händlers.
Vendor
Marktplatz
Definition
Ein Vendor verkauft typischerweise an den Betreiber eines Marktplatzes oder an einen Händler, der die Ware anschließend selbst anbietet.
Abgrenzung
Beim Seller besteht meist eine direkte Verkaufsbeziehung zum Endkunden; beim Vendor steht der Verkauf an einen Zwischenhändler im Vordergrund.
Wichtig
Vertragsmodell, Rechnungsfluss, Eigentumsübergang und Umsatzsteuer sollten konkret geprüft werden.
Marktplatzgebühr
Kosten
Definition
Eine Marktplatzgebühr ist ein Entgelt, das die Plattform für Nutzung, Vermittlung, Zahlung, Werbung oder weitere Leistungen berechnet.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Die Abrechnung enthält Verkaufsprovision, Zahlungsgebühr, Lagerkosten und gegebenenfalls Werbekosten.
Wichtig
Gebühren sollten nach Art, Leistungszeitraum, Umsatzsteuer und Auszahlungsbericht verbucht und geprüft werden.
Verkaufsprovision
Kosten
Definition
Die Verkaufsprovision ist ein meist prozentuales Entgelt, das ein Marktplatz bei einem Verkauf einbehält oder berechnet.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Bei einem Verkauf werden Brutto- oder Nettobetrag, Plattformprovision, Zahlungsgebühr und Auszahlung getrennt ausgewiesen.
Wichtig
Die Provision ist nicht automatisch mit der Umsatzsteuer auf den Warenverkauf gleichzusetzen.
Buy Box
Marktplatz
Definition
Die Buy Box ist die hervorgehobene Kaufmöglichkeit auf bestimmten Marktplätzen, über die Kunden besonders schnell bestellen können.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Mehrere Händler bieten denselben Artikel an; Preis, Verfügbarkeit, Versand und Händlerleistung können die Darstellung beeinflussen.
Wichtig
Eine Platzierung ist nicht garantiert und sollte nicht mit steuerlichem oder wirtschaftlichem Erfolg gleichgesetzt werden.
Produktlisting
Produktdaten
Definition
Ein Produktlisting ist die Darstellung eines Angebots auf einem Marktplatz mit Titel, Bildern, Beschreibung, Preis und weiteren Daten.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein gutes Listing enthält eindeutige Produktmerkmale, Varianten, Lieferinformationen und korrekte rechtliche Angaben.
Wichtig
Produktdaten sollten mit tatsächlichem Bestand, Preis, Steuerbehandlung und Versandversprechen übereinstimmen.
Marktplatz-SEO
Sichtbarkeit
Definition
Marktplatz-SEO umfasst die Optimierung von Produktdaten und Händlerleistung für die interne Suche und Darstellung eines Marktplatzes.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Händler verbessert Titel, Attribute, Bilder, Verfügbarkeit und Kundenservice, damit das Angebot leichter gefunden wird.
Wichtig
Regeln und Rankingfaktoren unterscheiden sich je Plattform und können sich ändern.
FBA (Fulfillment by Amazon)
Logistik
Definition
FBA bedeutet Fulfillment by Amazon und bezeichnet konkret Amazons Fulfillment-Angebot. Amazon übernimmt dabei vereinbarte Leistungen wie Lagerung, Kommissionierung, Versand und bestimmte Kundenservice- und Retourenprozesse.
Quellen: Amazon: Versand durch Amazon · Amazon: Europäische Fulfillment-Modelle
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Händler liefert Ware in ein Amazon-Lager. Seine Verkäufe, Lagerbewegungen, Gebühren und Retouren werden anhand der jeweiligen Abrechnungen und Transaktionsberichte mit der Buchhaltung abgestimmt.
Wichtig
Vergleichbare Dienste anderer Anbieter sind Fulfillment, aber nicht FBA. Prüfe die tatsächlichen Lagerländer und Warenbewegungen. Ausländische Lager können Registrierungs- und Meldepflichten auslösen, die OSS nicht vollständig ersetzt.
Verwandte Begriffe: Pan-EU-FBA · EFN (European Fulfilment Network)
FBM (Fulfillment by Merchant)
Logistik
Definition
FBM bedeutet, dass der Händler Lagerung, Verpackung, Versand und Retouren selbst oder über einen eigenen Dienstleister organisiert.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Die Plattform vermittelt den Verkauf, während der Händler die Bestellung aus dem eigenen Lager versendet.
Wichtig
Prozesse für Versand, Belege, Erstattungen und Bestandsführung müssen sauber dokumentiert werden.
Händlerkonto
Organisation
Definition
Das Händlerkonto ist der geschäftliche Zugang, über den ein Anbieter Produkte, Zahlungen, Auszahlungen und Einstellungen verwaltet.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Mehrere Nutzer erhalten abgestufte Zugriffe auf Produktdaten, Bestellungen, Abrechnungen und Steuerinformationen.
Wichtig
Kontoinhaber, Unternehmen, Bankverbindung und steuerliche Registrierung sollten konsistent dokumentiert sein.
Verwandte Begriffe: DAC7 / Plattformen-Steuertransparenzgesetz · Umsatzsteuerregistrierung im Ausland
Marktplatz-Reporting
Auswertung
Definition
Marktplatz-Reporting ist die strukturierte Auswertung von Verkäufen, Gebühren, Erstattungen, Steuern, Beständen und Auszahlungen. Unterschiedliche Reports können verschiedene Zeitpunkte und Transaktionsarten abbilden.
Quellen: Stripe: Abgleich von Auszahlungen · § 146 AO: Ordnungsvorschriften
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Händler stimmt Verkaufsberichte, Lagerbewegungen und Auszahlungsabrechnungen ab. Er erklärt die Differenz zwischen Kundenumsätzen und Bankauszahlung durch Gebühren, Retouren, Reserven und zeitliche Verschiebungen.
Wichtig
Umsatz, Auszahlung und Gewinn sind unterschiedliche Größen. Vermeide doppelte Erfassung derselben Transaktion aus mehreren Exporten. Bewahre die zur Abstimmung benötigten Originaldaten und die Erläuterungen ungeklärter Differenzen auf.
Verwandte Begriffe: Zahlungsabgleich / Clearing · DAC7 / Plattformen-Steuertransparenzgesetz
Pan-EU-FBAAmazon Europa
Definition
Pan-EU-FBA ist Amazons paneuropäisches Fulfillment-Programm. Amazon kann geeignete Bestände innerhalb der vom Händler freigegebenen Lagerländer verteilen und von dort Bestellungen beliefern. Die konkreten Programmvoraussetzungen ergeben sich aus Amazons Bedingungen.
Quellen: Amazon: Europäische Fulfillment-Modelle · § 3 UStG: Lieferung und sonstige Leistung
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Händler gibt zusätzliche EU-Lagerländer frei. Neben Endkundenverkäufen entstehen Warenbewegungen zwischen Lagern, die aus den Bestands- und Transaktionsdaten getrennt ausgewertet werden.
Wichtig
Freigabe weiterer Lagerländer nicht nur nach Versandkosten entscheiden. Umsatzsteuerregistrierungen, eigene Warenverlagerungen und lokale Meldungen müssen vorher geklärt werden. OSS löst diese Pflichten nicht umfassend ab.
Verwandte Begriffe: Innergemeinschaftliches Verbringen · Umsatzsteuerregistrierung im Ausland
EFN (European Fulfilment Network)Amazon Europa
Definition
Beim European Fulfilment Network können geeignete Amazon-Bestellungen grenzüberschreitend aus einem bestehenden europäischen FBA-Lagerbestand beliefert werden. EFN ist von einer länderübergreifenden Lagerverteilung durch Pan-EU-FBA zu unterscheiden.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Händler hält seinen Bestand in einem deutschen FBA-Lager; eine geeignete Bestellung aus Frankreich wird von dort versandt. Eine tatsächliche Lagerung in Frankreich ist dafür nicht mit jedem Verkauf verbunden.
Wichtig
Entscheidend ist, wo die Ware wirklich lagert und von wo sie versandt wird. Prüfe zusätzliche Lagerfreigaben und Programme separat. Die genutzte Amazon-Verkaufsseite beweist weder den Lagerort noch den umsatzsteuerlichen Lieferort.
Verwandte Begriffe: Pan-EU-FBA · Innergemeinschaftlicher Fernverkauf
DAC7 / Plattformen-SteuertransparenzgesetzPlattformmeldung
Definition
DAC7 steht für europäische Vorgaben zum steuerlichen Informationsaustausch über bestimmte Plattformaktivitäten. In Deutschland setzt das Plattformen-Steuertransparenzgesetz entsprechende Melde-, Sorgfalts- und Registrierungspflichten für erfasste Plattformbetreiber um.
Quellen: BZSt: Meldepflichten digitaler Plattformbetreiber · § 14 PStTG: Meldepflichtige Informationen
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Marktplatz fordert Identifikationsdaten eines Händlers an und meldet für meldepflichtige Aktivitäten die vorgeschriebenen Anbieter- und Vergütungsdaten. Der Händler gleicht die erhaltene Übersicht mit seiner Buchhaltung ab.
Wichtig
Eine Plattformmeldung ist keine Steuererklärung des Händlers. Meldeausnahmen sind keine allgemeinen Steuerfreibeträge. Unterschiede zwischen gemeldeten Vergütungen, steuerlichen Umsätzen und Bankauszahlungen sollten anhand der zugrunde liegenden Berichte erklärbar sein.
Verwandte Begriffe: Marktplatz-Reporting · Zahlungsabgleich / Clearing
Recht & Organisation
Gewerbeanmeldung
Organisation
Definition
Mit der Gewerbeanmeldung wird eine gewerbliche Tätigkeit bei der zuständigen Stelle angezeigt.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Creator mit regelmäßigen Kooperationen oder ein Online-Händler prüft, welche Anmeldung und Meldungen für die Tätigkeit erforderlich sind.
Wichtig
Die Gewerbeanmeldung ersetzt keine steuerliche Registrierung und entscheidet nicht allein über die steuerliche Einordnung.
Verwandte Begriffe: Freiberuflichkeit oder Gewerbe · GmbH
Impressum
Pflichtangabe
Definition
Ein Impressum enthält die erforderlichen Anbieterinformationen für bestimmte geschäftliche digitale Angebote.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Website, Online-Shop und geschäftlich genutzte Social-Media-Profile werden auf aktuelle und leicht auffindbare Anbieterangaben geprüft.
Wichtig
Welche Angaben erforderlich sind, hängt vom Angebot und vom Sitz des Betreibers ab.
Datenschutzerklärung
Datenschutz
Definition
Die Datenschutzerklärung informiert darüber, wie personenbezogene Daten verarbeitet werden und welche Rechte betroffene Personen haben.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Shop, Newsletter, Kontaktformular, Zahlungsanbieter, Analysewerkzeuge und Marktplätze werden in den tatsächlichen Prozessen berücksichtigt.
Wichtig
Texte müssen zur technischen Umsetzung passen und bei Änderungen aktualisiert werden.
DSGVO
Datenschutz
Definition
Die Datenschutz-Grundverordnung regelt den Schutz personenbezogener Daten in der Europäischen Union.
Relevanz
Betroffen sein können Kundenkonten, Newsletter, Tracking, Support, Creator-Kooperationen und Dienstleister im Shopbetrieb.
Wichtig
Rechtsgrundlage, Informationspflichten, Verträge und technische Konfiguration sollten für den konkreten Prozess geprüft werden.
Werbekennzeichnung
Transparenz
Definition
Die Werbekennzeichnung macht transparent, wenn ein Inhalt werblich geprägt ist, etwa durch Vergütung, Produktüberlassung oder Affiliate-Beziehung.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Creator kennzeichnet einen bezahlten Beitrag oder eine vergütete Empfehlung so, dass der Werbecharakter erkennbar ist.
Wichtig
Die konkrete Umsetzung hängt von Inhalt, Medium, Gegenleistung und Zielmarkt ab.
Widerrufsrecht
Verbraucherrecht
Definition
Das Widerrufsrecht kann Verbrauchern bei bestimmten Fernabsatzverträgen ermöglichen, einen Vertrag innerhalb einer gesetzlichen Frist zu widerrufen.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Online-Shop informiert über Voraussetzungen, Frist, Ausnahmen und Ablauf des Widerrufs.
Wichtig
Die konkrete Rechtslage hängt von Produkt, Vertrag, Zielmarkt und aktueller Gesetzgebung ab.
AGB
Vertrag
Definition
Allgemeine Geschäftsbedingungen enthalten vorformulierte Vertragsbedingungen für wiederkehrende Geschäftsbeziehungen.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop regelt unter anderem Bestellung, Zahlung, Lieferung und Haftung; ein Creator-Vertrag regelt Leistungen und Rechte gesondert.
Wichtig
AGB müssen wirksam einbezogen werden und dürfen gesetzliche Schutzvorschriften nicht unzulässig umgehen.
Preisangaben
Shop-Recht
Definition
Preisangaben informieren Kunden transparent über den zu zahlenden Preis und je nach Angebot über weitere erforderliche Preisbestandteile.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop prüft Gesamtpreis, Versandkosten, Grundpreis und die Darstellung von Rabatten für die jeweilige Produktkategorie.
Wichtig
Die konkreten Anforderungen sollten für Zielmarkt und Produktart aktuell geprüft werden.
Aufbewahrungspflicht
Buchhaltung
Definition
Die Aufbewahrungspflicht verlangt, bestimmte geschäftliche und steuerlich relevante Unterlagen für gesetzlich vorgeschriebene Zeiträume verfügbar zu halten.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Rechnungen, Plattformabrechnungen, Zahlungsbelege, Verträge und Buchungsdaten werden revisionssicher organisiert.
Wichtig
Fristen und Anforderungen können sich unterscheiden; ein Löschkonzept sollte Aufbewahrung und Datenschutz zusammenführen.
Belegpflicht
Buchhaltung
Definition
Im Buchführungskontext meint Belegpflicht, dass Geschäftsvorfälle vollständig und nachvollziehbar dokumentiert werden müssen. Davon zu unterscheiden ist die besondere gesetzliche Belegausgabepflicht für bestimmte elektronische Aufzeichnungssysteme.
Quellen: § 146 AO: Ordnungsvorschriften · § 146a AO: Belegausgabepflicht · § 15 UStG: Vorsteuerabzug
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Shop ordnet Bestell- und Rechnungsdaten, Plattformgebühren, Erstattungen sowie Zahlungsberichte den jeweiligen Buchungen zu. Auch manuelle Korrekturen bleiben nachvollziehbar.
Wichtig
Ein Kontoauszug zeigt die Zahlung, erklärt aber nicht zwangsläufig den gesamten Geschäftsvorfall. Ersatz- oder Eigenbelege erfüllen nicht automatisch die Voraussetzungen für einen Vorsteuerabzug. Sorge für eine nachvollziehbare Verbindung zwischen Beleg und Buchung.
Verwandte Begriffe: Verfahrensdokumentation · Zahlungsabgleich / Clearing
GoBD
Buchhaltung
Definition
GoBD bezeichnet deutsche Grundsätze für die ordnungsmäßige Führung und Aufbewahrung elektronischer Bücher und Unterlagen.
Quellen: BMF: GoBD, insbesondere Verfahrensdokumentation · BMF: GoBD-Änderung vom 14.07.2025
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Digitale Belege und Buchungsdaten werden nachvollziehbar, vollständig, unveränderbar und mit dokumentierten Prozessen verarbeitet.
Wichtig
Technische Systeme und Abläufe sollten zur tatsächlichen Beleg- und Buchführung passen.
Verwandte Begriffe: Verfahrensdokumentation · Aufbewahrungspflicht
E-Rechnung
Rechnung
Definition
Eine E-Rechnung im umsatzsteuerlichen Sinn wird in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen und ermöglicht elektronische Verarbeitung. Für Umsätze ab 2025 ist ein reines, unstrukturiertes PDF eine sonstige Rechnung und keine E-Rechnung.
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Unternehmen empfängt eine XRechnung oder eine geeignete hybride ZUGFeRD-Rechnung. Die strukturierten Rechnungsdaten werden verarbeitet und in einem zulässigen Verfahren aufbewahrt.
Wichtig
Formatdefinition und Ausstellungspflicht sind getrennt zu betrachten: Für die Pflicht gelten Übergangsregeln und Ausnahmen. Ein PDF kann nach diesen Regeln weiterhin eine zulässige sonstige Rechnung sein. Bei hybriden Formaten ist nicht allein die sichtbare PDF-Ansicht maßgeblich.
Verwandte Begriffe: Gutschriftverfahren · Aufbewahrungspflicht
VerfahrensdokumentationGoBD
Definition
Die Verfahrensdokumentation beschreibt, wie steuerrelevante Daten und Belege entstehen, verarbeitet, geprüft und aufbewahrt werden. Sie macht Abläufe, eingesetzte Systeme und Verantwortlichkeiten für eine sachverständige dritte Person nachvollziehbar.
Quellen: BMF: GoBD, insbesondere Verfahrensdokumentation · § 146 AO: Ordnungsvorschriften · BMF: GoBD-Änderung vom 14.07.2025
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Ein Händler dokumentiert den Weg vom Shopauftrag über Zahlungsanbieter und Schnittstelle bis zur Buchhaltung. Er beschreibt Kontrollen für fehlende Transaktionen, doppelte Importe, Retouren und manuelle Korrekturen.
Wichtig
Eine allgemeine Musterdatei ersetzt nicht die Beschreibung deiner tatsächlichen Prozesse. Halte Änderungen an Schnittstellen, Zuständigkeiten und Archivierung nachvollziehbar fest. Sichere auch den Zugriff auf relevante Daten nach einem System- oder Anbieterwechsel.
Verwandte Begriffe: GoBD · Zahlungsabgleich / Clearing
GmbHRechtsform
Definition
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist eine Kapitalgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit. Für ihre Verbindlichkeiten haftet den Gläubigern grundsätzlich das Gesellschaftsvermögen. Gesellschaft und Gesellschafter sind rechtlich und steuerlich zu unterscheiden.
Quellen: § 13 GmbHG: Rechtsstellung und Haftung · § 1 KStG: Steuerpflicht
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Eine GmbH betreibt den Shop, schließt Lieferverträge und erhält die Verkaufserlöse. Zahlungen an Gesellschafter werden beispielsweise als Gehalt, Ausschüttung oder Darlehen gesondert begründet und dokumentiert.
Wichtig
Beschränkte Haftung bedeutet keine allgemeine persönliche Haftungsfreiheit, etwa bei eigenen Bürgschaften oder Pflichtverletzungen. Bei einem Wechsel aus dem Einzelunternehmen sind Verträge, Vermögen, Plattformkonten und steuerliche Folgen gesondert zu planen.
Verwandte Begriffe: Körperschaftsteuer · Holding
HoldingUnternehmensstruktur
Definition
Eine Holding ist eine Gesellschaft, deren Funktion im Halten von Beteiligungen an anderen Gesellschaften liegt. Sie ist keine eigene Rechtsform; eine Holding kann beispielsweise als GmbH organisiert sein und auch weitere Aufgaben übernehmen.
Quelle: § 8b KStG: Beteiligungserträge
Vereinfachtes Praxisbeispiel
Eine Mutter-GmbH hält die Anteile an einer operativen Shop-GmbH. Operatives Geschäft, Beteiligungsverwaltung und die jeweiligen Geldflüsse werden getrennt dokumentiert.
Wichtig
Steuerliche Entlastungen für Beteiligungserträge gelten nur nach den jeweiligen Voraussetzungen. Ausschüttungen und Anteilsverkäufe sind nicht identisch zu behandeln; Gewerbesteuer und spätere Ausschüttungen an natürliche Personen müssen mitgeprüft werden. Die Struktur bringt zusätzliche Verwaltung und Kosten mit sich.
Verwandte Begriffe: GmbH · Körperschaftsteuer
Redaktioneller Hinweis: Dieses Glossar dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Prüfung des konkreten Einzelfalls. Recherche- und Bearbeitungsstand der Ergänzungen: 23. September 2026. Zahlenbeispiele sind vereinfacht und keine Mandantenfälle. Die verantwortliche fachliche Freigabe durch FORTAX steht noch aus.
Offizielle Quellen und weiterführende Informationen: Die Belege zu den ergänzten und fachlich überarbeiteten Einträgen stehen unmittelbar bei der Definition. Verwendet werden insbesondere Gesetze, BMF, BZSt, Zoll und EU-Kommission sowie Originalinformationen der jeweiligen Plattformen und Fachorganisationen. Rechtslage und Plattformverfahren können sich ändern.
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